Ubuntu-Philosophie
Der Traum eines Ubuntu-Dorfes
Entstehung und Entwicklung
Den Traum eines „Ubuntu-Dorfes“ hatte Ina Stoppels, Kreativtherapeutin, schon lange. Die ersten Schritte dazu begannen durch die Eröffnung von Ubuntu im August 2009. Im Jahr 2011 kam Sigrid Spohr, Erzieherin, als zweite Kraft hinzu. Im März 2012 wurde dann der Verein „Ubuntu e.V. – Haus der Künste, der Materialien, der Bildung – ein Ort der Begegnung“ gegründet, der im Folgejahr die Anerkennung zum Träger der freien Jugendhilfe erhielt.
Die verschiedenen „Häuser“ sind dabei nicht wort wörtlich zu verstehen, sondern sind alle im Haus der 1000 Dinge sinnbildlich vereint.
Die Ubuntu-Philosophie
Das Wort „Ubuntu“ kommt aus den südafrikanischen Sprachen und lässt sich nicht mi einem Wort ins Deutsche übersetzen. Es beschreibt, was es heißt, ein Mensch zu sein. „Ubuntu“ ist zunächst eine afrikanische Lebensphilosophie, die besagt, dass man selbst Teil eines Ganzen ist und sich dessen bewusst ist.
Ubuntu e.V. versteht sich als Verein, der die Ubuntu-Philosophie leben will. Er gibt Raum und Zeit, diese Philosophie lebendig werden zu lassen.
Diese Philosophie beruht auf der Grundhaltung von wechselseitigem Respekt und Anerkennung, Achtung der Menschenwürde und dem Bestreben nach einer harmonischen und friedlichen Gesellschaft. Der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu erklärt den Begriff „Ubuntu“ auf folgende Weise:
„Ich brauche dich, um ich selbst sein zu können. Genauso wie du mich brauchst, um du selbst sein zu können. Auf diese Weise sind wir miteinander verbunden. Dies ist so, weil ich sonst nicht wüsste, wie man als Mensch spricht, wie man als Mensch aufrecht geht, wie man als Mensch denkt – all diese Dinge lerne ich von anderen Menschen.
Deshalb brauche ich tatsächlich andere Menschen, um selbst Mensch sein zu können.“
Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke im Sinne des Abschnittes „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Der Zweck des Vereins ist
- die Einübung der Ubuntu-Philosophie
- die Förderung der Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen basierend auf der pädagogischen Philosophie von Reggio Emilia
- die Förderung einer nachhaltigen Lebensweise
- die Förderung von Kunst und Kultur
- die Förderung von Benachteiligten
Haus der 1000 Dinge
Unser (päd)agogischer Ansatz
Pädagogisches Konzept: Reggio-Pädagogik bei Ubuntu
Bei Ubuntu orientieren wir uns an den Grundgedanken der Reggio-Pädagogik. Im Mittelpunkt steht der Mensch als neugieriges, selbsttätiges und kompetentes Wesen. Wir möchten Räume schaffen, in denen Menschen ihre Umwelt entdecken, eigene Ideen entwickeln und ihre individuellen Fähigkeiten und Ausdrucksformen entfalten können. Dabei verstehen wir Bildung als einen offenen und gemeinsamen Prozess, der von Neugier, Begegnung und Selbstbestimmung geprägt ist.
Kreativität, Gestaltung und selbstbestimmtes Lernen
Kreativität und kreatives Gestalten sind wichtige Elemente unserer pädagogischen Arbeit. Unterschiedliche Materialien und Ausdrucksformen laden dazu ein, zu experimentieren, Neues auszuprobieren und eigene Ideen sichtbar werden zu lassen. Dabei geht es nicht um ein vorgegebenes Ergebnis, sondern um den individuellen Gestaltungsprozess. Alltagsgegenstände, Naturmaterialien und scheinbar unscheinbare Dinge können zu Ausgangspunkten für neue Ideen, Geschichten und Erfahrungen werden.
Räume für Begegnung und Entwicklung
Die Umgebung hat in der Reggio-Pädagogik eine besondere Bedeutung. Bei Ubuntu gestalten wir Räume für Bildung, Begegnung und gemeinsames Entdecken, die zum Staunen, Forschen und Ausprobieren einladen. Unsere pädagogische Begleitung schafft einen verlässlichen Rahmen und lässt gleichzeitig Raum für eigene Wege und Entscheidungen.
Ubuntu möchte Menschen darin bestärken, Selbstwirksamkeit zu erfahren, eigene Fähigkeiten zu entdecken und gemeinsam mit anderen zu lernen. So entsteht ein lebendiger Ort, an dem Kreativität, Vielfalt und individuelle Entwicklung ihren Platz haben.
Haus der 1000 Dinge
Ein Ort der Kreativität
Das „Haus der 1000 Dinge“ ist ein Ort voller interessanter Materialien. Hier werden Restmaterialien aus der Industrie, dem Handwerk, dem Gewerbe und Privathaushalten gesammelt. Dinge, die sonst weggeworfen werden, werden in einen neuen Kontext gebracht und bekommen damit neuen Sinn und Bedeutung.
Die Materialien sind eine Inspirationsquelle für die Phantasie. Sie sind Rohstoffe zum Gestalten, Konstruieren, Forschen und Experimentieren. Die Auseinandersetzung mit einer neuen Welt kann beginnen. Eine Frage erweckt den Geist, ein Traum erwacht.
Ein Mandarinennetz, ein Nippelchen, eine Sardinenbüchse… Sind sie, was sie scheinen? Ein Styroporteil wird ein Hochhaus, ein Metalldraht ein Zauberstab.
Jedes Material hat seine Geschichte, hat seinen Wert, trägt seine Geheimnisse und lädt ein, entdeckt zu werden.
Link: Offenes Haus
Haus der Künste
Künstlerische Entfaltung und persönliche Entwicklung
Das Haus der Künste ist ein Ort, an dem Zeit für das eigene Tun entsteht. Ein Raum, um innezuhalten, wahrzunehmen und sich auf künstlerische Prozesse einzulassen. Hier darf experimentiert, verworfen, neu begonnen und den eigenen Ideen gefolgt werden – ohne festgelegtes Ziel und ohne den Anspruch, etwas „richtig“ machen zu müssen.
Im Mittelpunkt steht die eigene bildnerische Sprache. Farben, Formen, Materialien und Bewegungen werden zu Möglichkeiten, Gedanken, Gefühle und Vorstellungen auszudrücken. Dabei geht es weniger um das fertige Werk als um den persönlichen Weg dorthin: um Entdecken, Erleben und die Freude am Gestalten.
Das Haus der Künste schafft einen Freiraum mitten im Alltag – für Muse, Inspiration, Entspannung und Begegnung. Hier darf Zeit anders fließen. Menschen begegnen sich, bringen ihre unterschiedlichen Perspektiven ein und lassen sich voneinander inspirieren. So wird das Haus der Künste zu einem Ort für künstlerische Entfaltung, persönliche Entwicklung und gemeinsames Erleben.
Link: Workshops für Erwachsene / Kinder / Eltern-Kind
Haus der Bildung
Ubuntu e.V. als Ort der Bildung
Bei Ubuntu verstehen wir Bildung als einen ganzheitlichen und lebenslangen Prozess, der weit über Schule und Ausbildung hinausgeht. Bildung entsteht überall dort, wo Menschen Erfahrungen sammeln, Fragen stellen, Neues entdecken und miteinander in Austausch kommen. Als Ort der Bildung schafft Ubuntu Räume für fachliches Lernen, persönliche Entwicklung, Kreativität und Begegnung.
Fortbildung und Teambildung als gemeinsame Lernprozesse
Unser Bildungsverständnis ist von Co-Konstruktion geprägt: Wissen, Ideen und Erkenntnisse entstehen im gemeinsamen Austausch. Unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Fähigkeiten werden als wertvolle Ressourcen verstanden. In Fortbildungen, Workshops und Team-Building-Angeboten verbinden wir fachliche Impulse mit praktischen und kreativen Erfahrungen und fördern so Zusammenarbeit, Kommunikation und gemeinsame Entwicklung.
Mögliche Impulse für Fortbildungen und Workshops für pädagogische Fachkräfte:
Wie sieht die alltägliche Praxis aus,
… wenn Kinder einander „erste Erzieher“ sind?
… wenn Erwachsene Forscher sind?
… wenn die Räume als „dritter Erzieher“ funktionieren?
… wenn Dokumentation die zentrale Arbeitsweise ist?
… wenn sprechende Wände von den Lernprozessen der Kinder erzählen?
… wenn alltägliche Situationen in langfristige Projekte münden?
Link: Fortbildungen für …..
Bildung in Schule und Alltag
Auch im schulischen Kontext bietet Ubuntu kreative und erfahrungsorientierte Bildungsangebote, die fachliche, soziale und persönliche Kompetenzen ansprechen. Gleichzeitig verstehen wir Persönlichkeitsbildung und Selbstwirksamkeit als wichtige Bestandteile von Bildung. Menschen erhalten Raum, eigene Stärken zu entdecken, neue Perspektiven zu entwickeln und sich selbst und andere besser kennenzulernen.
Ubuntu schafft damit Lernräume für gemeinsames Entdecken, Gestalten und Wachsen – unabhängig von Alter, Erfahrung oder Bildungsweg.
Mit dem Reisenden Haus kommen wir in eure Einrichtung oder ihr könnt uns hier im Haus der 1000 Dinge besuchen.
Link: Besuch im Haus der 1000 Dinge / Anfrage Reisendes Haus der Materialen für Kitas und Schulen
Reisendes Haus der Materialien
Ubuntu e.V. unterwegs
Das Reisende Haus der Materialien
Mit dem „Reisenden Haus der Materialien“ bringt Ubuntu Kreativität und Inspiration direkt in den Alltag. Unser Kleinbus ist wie ein kleiner Laden gestaltet und präsentiert Rest- und Wegwerfmaterialien auf ansprechende Weise. Aus scheinbar unscheinbaren Dingen können so neue Ideen, Geschichten und Welten entstehen.
Wir besuchen Kindertagesstätten, Schulen, kulturelle Einrichtungen und öffentliche Orte und laden Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu einer Reise ins Reich der Fantasie ein. Die Materialien werden dabei zu Impulsen für eigenes Entdecken, Experimentieren und Gestalten.
Link: Termine OdP / Reisendes Haus buchen für Kitas und Schulen
Materialien kommen zu euch
Fantasie eröffnet neue Möglichkeiten, vertraute Dinge anders zu betrachten und eigene Welten entstehen zu lassen. In kreativen Prozessen können Menschen ihre Ideen und Gedanken auf individuelle Weise ausdrücken und erleben, dass es viele unterschiedliche Wege gibt, etwas zu gestalten.
Ubuntu kommt zu Veranstaltungen. Stadtfeste, Kita-Feste…
Dabei entstehen Räume für Offenheit, Experimentierfreude, Toleranz und Selbstwirksamkeit. Das „Reisende Haus der Materialien“ lädt dazu ein, Grenzen neu zu denken, ungewohnte Wege auszuprobieren und gemeinsam zu entdecken, was aus einem einfachen Material alles entstehen kann.
Link: FAQ materialspenden
Haus der Materialien
Ein Ort für nachhaltiges Gestalten
Wo Dinge eine neue Bedeutung bekommen
Das Haus der Materialien ist ein Ort, an dem Dinge eine neue Bedeutung bekommen. Vielfältige Rest- und Wegwerfmaterialien warten darauf, entdeckt, neu gedacht und in kreativen Projekten, Kunstwerken und eigenen Ideen weiterverwendet zu werden. Ob für Schulen, Kitas, pädagogische Einrichtungen, Kunstprojekte oder eigene Vorhaben – unsere Materialvielfalt lädt zum Experimentieren und Gestalten ein.
Nachhaltigkeit und Inklusion verbinden
Mit dem Haus der Materialien verbinden wir zwei zentrale Anliegen: Nachhaltigkeit und Inklusion. Materialien, die andernorts aussortiert oder entsorgt werden, erhalten bei uns eine neue Chance. Seit vielen Jahren sammeln wir Materialspenden von Privathaushalten und Unternehmen, bereiten sie auf und geben ihnen einen neuen Wert.
Ein wichtiger Teil dieses Prozesses ist unser inklusives Team. Menschen mit Beeinträchtigung gestalten aktiv mit und erleben Teilhabe, Anerkennung und die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten einzubringen. So wird aus Wiederverwendung nicht nur ein nachhaltiger, sondern auch ein sozialer Prozess.
Link: Inklusiv arbeiten / Ehrenamtlich unterstüzten
Aus Alt wird Anders
Wir möchten dazu anregen, Materialien mit anderen Augen zu betrachten: Wann wird etwas zu Müll – und wann kann daraus etwas Neues entstehen? Durch Upcycling und kreatives Gestalten werden aus scheinbar nutzlosen Dingen neue Kunstwerke, Geschichten und Ideen.
Das Haus der Materialien lebt vom Mitmachen und vom gemeinsamen Weiterdenken. Damit diese Idee von Kreativität, Nachhaltigkeit und Inklusion weiter wachsen kann, freuen wir uns über Materialspenden, ehrenamtliches Engagement und finanzielle Unterstützung.
Link: Materialkoffer / Materialsets bestellen
Haus der GEschichten
Ein Ort für Begegnung und Austausch
Menschen hinterlassen überall ihre Spuren – in Bauwerken, Bildern, Zeichnungen, Büchern und Geschichten. Auch bei Angeboten, Projekten, Workshops, Fortbildungen und Begegnungen bei Ubuntu entstehen Geschichten, Erfahrungen und Erinnerungen. Im Haus der Geschichten werden diese Spuren sichtbar und laden zum Erzählen, Entdecken und Austauschen ein.
Geschichten von Menschen und Materialien
Auch Materialien erzählen Geschichten. Woher kommen ihre Rohstoffe? Welche Wege legen sie zurück? Welche Menschen und Unternehmen sind an ihrer Herstellung beteiligt? Und wann wird aus einem Gegenstand eigentlich Müll? Wir beschäftigen uns mit Nachhaltigkeit, Recycling und Upcycling und machen die Lebenswege von Materialien erfahrbar.
Kreatives Quartiers-Café und Begegnungsort
Das Haus der Geschichten ist eine etwas andere Bibliothek, ein kreatives Quartiers-Café und ein Ort der Begegnung. Hier können Menschen bei Kaffee und Gesprächen zusammenkommen, Geschichten teilen, gemeinsam gestalten und neue Perspektiven entdecken. Wie in einem interaktiven Museum laden Materialien, Bilder und Geschichten zum Forschen, Nachdenken und Weitererzählen ein.
So wird das Haus der Geschichten zu einem offenen Bildungs- und Begegnungsort im Quartier – ein Raum für Austausch, Kreativität, kulturelle Bildung und gemeinsames Entdecken.
Link: Besuch Kreatives Quartiers-Café